vom 14. September 2008 Was auf keine Kuhhaut geht Was
hat das mittelalterliche Soester Stadtrecht mit dem Spruch „Das geht auf
keine Kuhhaut" zu tun? „Dieses Stadtrecht wurde tatsächlich auf einer
Kuhhaut geschrieben. Mit der Zeit wurde es so groß und umfangreich,
dass eine Kuhhaut nicht mehr ausreichte", erzählt Detlev Fischer.
Der Richter am Bundesgerichtshof ist Vorsitzender des Fördervereins
des Rechtshistorischen Museums in Karlsruhe und weiß manche spannende
Geschichte zu erzählen. Auch der Spruch „Mach keine Spirenzchen",
hat einen rechtshistorischen Hintergrund, sagt Fischer. Früher sei
davor gewarnt worden, aufwendige Verfahren vor dem Reichskammergericht
Speyer (lateinisch Spira) zu führen, erzählt er: „Diese haben
nämlich immer unendlich lange gedauert."
Doch
eins nach dem anderen: „Mit unserer Dauerausstellung wollen wir zeigen,
wie sich das Recht von der Antike bis heute entwickelt hat", erklärt
Detlev Fischer. Er führt regelmäßig Besuchergruppen durch
die Ausstellung. Zu den prominentesten Besuchern des Museums gehört
Bundespräsident Horst Köhler, der im vergangenen Jahr zu einer
Stippvisite vorbeischaute.
Den Rundgang durch die Rechtsgeschichte starten die Besucher an der Nachbildung der Stele des Hammurabi, deren Original im Pariser Louvre zu bestaunen ist. „Sie symbolisiert den Anfang", sagt Fischer. „Es wird dargestellt, dass die Rechtsordnung göttlichen Ursprungs ist." Auf dem Relief ist zu sehen, wie der Sonnengott Samasch die Herrschersymbole Stab und Ring an Hammurabi übergibt. Auf den babylonischen König, der etwa um 1700 vor Christus regierte, geht das erste bekannte Gesetzbuch der Welt zurück. Interessante Informationen erhält der Besucher, wenn er sich einer Rechts- und Gerichtskarte zuwendet, die die Grenzen Deutschlands von 1871 zeigt. Wer sie genauer betrachtet, stellt fest, dass es zu dieser Zeit kein einheitliches Recht gab. Während in Karlsruhe Badisches Landrecht galt, wurde wenige Kilometer weiter in Kandel oder Landau nach Französischem Recht geurteilt. „Erst 1900, mit der Einführung des BGB, änderte sich das", sagt Fischer. BGB steht für „Bürgerliches Gesetzbuch". Weiter
geht der Rundgang zu einem Podest, auf dem drei Richterroben ausgestellt
sind:
Was
aber hat nun die unscheinbare orangefarbene Metalltür, von der oben
schon die Rede war, mit der Rechtsgeschichte zu tun? Auch diese Frage kann
Detlev Fischer beantworten. „Es ist eine Zellentür des ehemaligen
Durlacher Amtsgefängnisses." An der Stelle des 1990 abgerissenen Gebäudes
steht heut das Scheck-In-Einkaufscenter. „Hinter einer solchen Tür
saß auch
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