PrinzMaxPalais
Karlsruhe
Karlstraße 10
 
 

Donnerstag, 31.05 | 20.00 Uhr | Eintritt frei 

Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Karlsruhe 1907: der Sensationsprozess ‚Carl Hau‘“

Dr. Reiner Haehling von Lanzenauer: Der Kriminalfall Carl Hau 

Es war einer der spektakulärsten Kriminalfälle in der Zeit des Großherzogtums Baden: Am 06. November 1906 wurde die wohlhabende Medizinalratswitwe Josefine Molitor in der vornehmen Wohngegend oberhalb der Baden-Badener Lichtentaler Allee hinterrücks erschossen. Bald richtete sich der Tatverdacht gegen ihren Schwiegersohn, der Rechtsanwalt Dr. Carl Hau, der vorübergehend aus Washington nach Europa gekommen war. Er wurde in London verhaftet und nach Karlsruhe ausgeliefert. Im Juli 1907 fand der Strafprozess vor dem Schwurgericht in Karlsruhe statt. Da Hau die Tat stets bestritt, entbrannte ein öffentlicher Meinungsstreit über den Prozess, der bis zu aufrührerischen Tumulten vor dem Gerichtsgebäude führte. Hau wurde zum Tode verurteilt, danach zu lebenslanger Zuchthausstrafe begnadigt. 

Bis auf den heutigen Tag beschäftigt der Fall die juristische und historische Forschung und auch die Literatur. In seinem Vortrag erörtert der Jurist und Historiker Dr. Reiner Haehling von Lanzenauer die Schuldfrage. Der aus Karlsruhe stammende Referent war lange Jahre als Richter und Staatsanwalt tätig und ist durch zahlreiche Veröffentlichungen zur Landeskunde, zur Kriminologie und zur Rechtsgeschichte bekannt geworden. 
 
 
 

Montag, 11.06 | 20.00 Uhr | Eintritt frei 

Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Karlsruhe 1907: der Sensationsprozess ‚Carl Hau‘“

Dr. Detlev Fischer: Eduard Dietz (1866-1940). 
Richter, Anwalt und Verfassungspolitiker 

Eduard Dietz war einer der prominenten Juristen im Baden der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Der Vortrag befasst sich mit dem facettenreichen Lebensweg des Strafverteidigers von Carl Hau. Aufgewachsen in Karlsruhe trat Dietz nach Abschluss seiner juristischen Ausbildung in den badischen Justizdienst und amtierte mehrere Jahre in Karlsruhe als Schöffengerichtsvorsitzender. 1900 schied er freiwillig aus dem Staatsdienst aus und lies sich als freier Anwalt in seiner Heimatstadt nieder. Daneben engagierte er sich in der Gartenstadtbewegung Rüppurr und als Sozialdemokrat in der Karlsruher Stadtverordnetenversammlung. 1918/19 war er maßgeblich an der Ausarbeitung der republikanischen Landesverfassung für Baden beteiligt. In den Zwanziger Jahren gehörte er als Gründungsmitglied zu den „Religiösen Sozialisten“, die für eine volksnahe Verbindung zwischen Sozialismus und Christentum eintraten. Als langjähriger Vorsitzender der Badischen Anwaltskammer wurde er im März 1933 von der NS-Landesregierung aus seinem Amt verdrängt. Eduard Dietz starb 1940 in Stuttgart. 

Dr. Detlev Fischer, geb. 1950, ist Richter am Bundesgerichtshof. Zur Karlsruher Rechts- und Justizgeschichte hat der Referent verschiedene Beiträge verfasst, unter anderem Karlsruher Juristenportraits aus der Residenz des Rechts (2004) sowie Rechtshistorische Rundgänge durch Karlsruhe (2005), jeweils erschienen in der Schriftenreihe des Vereins Rechtshistorisches Museum Karlsruhe, dessen Vorsitzender er seit März 2005 ist. 
 
 
 

zurück zur Begrüßungsseite